Seit 60 Jahren Kirchlicher Suchdienst -
Von der Heimatortskartei zum modernen Auskunftsbüro


1945 unmittelbar nach Kriegsende von Caritas und Diakonie gegründet, hat sich der Suchdienst heute zu einem modernen „Einwohnermeldeamt der Ost- und Vertreibungsgebiete“ entwickelt.
Längst ist die zeitaufwendige und mühevolle Suche mit Karteikarten durch moderne Computertechnologie ersetzt worden. 60 Mitarbeiter an den beiden Standorten Passau und Stuttgart sind die Basis für die hohe Erfolgsquote.
Über 20 Millionen Personen sind heute noch nach ihren ehemaligen Wohnorten namentlich registriert. Die Unterlagen enthalten neben den Persondaten auch Informationen zum Schicksalsweg. Die Daten werden regelmäßig aktualisiert.

Neben dem klassischen Suchdienst, d.h. der unmittelbaren Personensuche stehen heute vor allem Auskünfte in behördlichen Angelegenheiten, wie Abstammungsbestätigungen, Beschaffung von Geburts-, Heirats- oder Sterbeurkunden, Fragen zur Staatsangehörigkeit, Rentenangelegenheiten, Ermittlung von Erben u.v.m. im Vordergrund.

Die Tendenz zeigt, daß immer mehr jüngere Leute sich an den Kirchlichen Suchdienst wenden. Vor allem bei Fragen nach den eigenen Wurzeln:
Woher kommt meine Familie?
Gibt es noch Angehörige, von denen
ich nichts weiß?
Wie kann ich mit ihnen Kontakt aufnehmen?

Kirchlicher Suchdienst-Geschäftsstelle
Lessingstr. 3
80336 München
Tel: (089) 54 49 72 01
E-mail: ksd@kirchlicher-suchdienst.de



Helfen Sie mit, unsere Archive zu pflegen und zu erweitern

Informationen sind die Basis unserer Arbeit. Der Kirchliche Suchdienst hat sich bereits bei der Gründung der Heimatortskarteien unmittelbar nach Kriegsende auf die Vertriebenen und Flüchtlinge spezialisiert. Neben den über 20 Millionen Personen, die in den Unterlagen des Suchdienstes namentlich nach den ehemaligen Wohnorten registriert sind, werden auch spezifische Unterlagen über die ehemaligen Reichs- und Siedlungsgebiete aufbewahrt. Dokumentationen wie Gemeinde-Seelen-Listen, Vermißtenlisten, Registrierscheine uvm. spiegeln die damalige Ortsstruktur wieder und bieten eine fundierte Grundlage für Nachforschungen.

„Die bei uns vorhandenen Unterlagen sind Schätze, auf die heute weder Staat noch Gesellschaft verzichten können und wir sehen uns auch als eine Art „Gralshüter“ dieser einzigartigen Dokumente.“ so der Geschäftsführer des Kirchlichen Suchdienstes, René Michael Massier. „Unsere Aufgabe ist es, diesen einzigartigen Bestand zu bewahren, zu sichern und zu ergänzen. Und hier sind wir auch auf die Unterstützung
und Mitarbeit von außen angewiesen.“

Wir sind für jede Hilfe dankbar
Erst vor kurzem rief Frau Horn aus Stadtoldendorf beim Kirchlichen Suchdienst an. Sie sei in Besitz von Original- Unterlagen über den Ort Mohlgirren/Ostpreußen und möchte diese gerne in gute Hände geben. „Ein leider noch seltener Glücksfall für uns“ so Massier.“ Die Namen der Einwohner von Mohlgirren, handschriftlich vermerkt in einer Liste mit blasser Tinte auf vergilbtem Papier – ein gezeichneter Ortsplan, auf dem jedes Haus mit dem Namen der Familie feinsäuberlich vermerkt wurde, die darin wohnte und dazu noch handschriftliche Aufzeichnung über die Struktur des Ortes.
„Mohlgirren war ein kleines Dörfchen im Memelland, zu welchem 24 Bauern, 1 Stellmacher, 1 Schmied und 1 Förster gehörten. Das ganze Gefüge des Dorfes ist hier akribisch genau niedergeschrieben. Die Familie von Frau Horn selbst ist mit der Nummer 67 unter dem Namen Ney auf der Einwohnerliste aufgeführt. Und Aufzeichnungen wie diese existieren von fast allen Orten.

Für den Kirchlichen Suchdienst sind dies wertvolle Informationen und wichtige Arbeitsgrundlagen. Sie geben Auskunft über die Familienverbände, über Nachbarn, über Berufe und ehemalige Arbeitgeber. Diese Informationen werden dann beim Kirchlichen Suchdienst eingebunden, anhand moderner Computertechnologie mit den vorhandenen Suchdienstunterlagen verglichen, zusammengeführt und ergänzt.
Der Kirchliche Suchdienst nimmt heute die Aufgaben eines Einwohnermeldeamtes für die ehemaligen Vertreibungsgebiete wahr. Als Dokumentationsstelle und Auskunftsbüro über den ehemaligen deutschen Osten ist der Suchdienst bemüht, alle relevanten Daten hier zentral zusammenfließen zu lassen. Massier: „Spezialisierung, Zentralisierung und effiziente Bearbeitung sind die Grundlagen unseres Erfolges. Mit unseren fundierten und kompetenten Auskünften helfen wir den Menschen, die Gewißheit über das Schicksal ihrer Angehörigen haben möchten oder Beratung und Unterstützung in amtlichen Angelegenheiten brauchen“.

Wer besitzt noch Original-Unterlagen in Form von Aufzeichnungen, Listen, Chroniken usw., die er beim Kirchlichen Suchdienst in guten Händen wissen möchte?

Bitte wenden Sie sich an:
Kirchlicher Suchdienst
Lessingstraße 3
80336 München
Tel.: (089) 544 97 201
Email: ksd@kirchlicher-suchdienst.de

Infos über die verschiedenen Suchdienstunterlagen finden Sie auch im Internet unter:

www.kirchlicher-suchdienst.de



„Die Geschichte des Kirchlichen Suchdienstes“ - als Buch erschienen!

Die Geschichte des Kirchlichen Suchdienstes mit einem Umfang von 300 Seiten liest sich wie ein spannender Geschichtsroman und dürfte bei älteren Lesern viele Erinnerungen an ihr eigenes Erleben hervorrufen. Für Jüngere ist sie ein lebendiges Geschichts-Lehrbuch.
Das Buch ist gegen eine Schutzgebühr von 10,- Euro zu beziehen über:

Kirchlicher Suchdienst
Lessingstraße 3
80336 München
Tel.: (089) 544 97 201
Email: ksd@kirchlicher-suchdienst.de