Das 7. Dreiertreffen der
Posener Heimatkreise
Meseritz, Birnbaum und
Schwerin/Warthe in Paderborn
am 21.-22. Mai 2016


Text:
A. Fischer v. Mollard
Fotos:
Tomasz Czabanski



Auch in diesem Jahr fand das Große Treffen des Heimatkreises Meseritz e. V. und der Heimatkreisgemeinschaft Birnbaum wieder in den Räumen des Schützenhofes in Paderborn statt. Im Vorfeld des Heimattreffens hatte sich bereits angedeutet, dass die Teilnehmerzahl dem seit Jahren anhaltenden Trend folgen und sich erneut reduzieren würde: Eine gemeinsame Fahrt von Teilnehmern aus der Prignitz kam ebenso wenig zustande wie die organisierte Anreise einer Abordnung aus Berlin.
Man konnte also gespannt sein, wie viele Heimatfreunde insgesamt am Höhepunkt des Treffens, der gemeinsamen Feierstunde am Sonntag, teilnehmen würden.
Am Samstag, dem 21. Mai, begann für einige Mitglieder von Vorstand und Beirat und deren Ehefrauen das Treffen bereits am Vormittag, denn es galt, den Fahnensaal für die Zusammenkunft der Heimatfreunde herzurichten, an der Stirnseite des Raumes die Tafeln mit den Wappen der drei Heimatkreise zu befestigen, die Bestuhlung mit den Mitarbeitern des Hauses abzusprechen, eine ungefähre Sitzordnung festzulegen, Programmzettel zu verteilen, die beliebte Heimatgruß-Ecke zum „Schmökern“ einzurichten und nicht zuletzt die Tische mit den traditionellen Usambara-Veilchen zu dekorieren.
Pünktlich um 12 Uhr eröffnete dann Leonhard v. Kalckreuth, Vorsitzender der vereinigten HKr Meseritz und HKG Birnbaum, die im Blauen Zimmer des Schützenhofes anberaumte.

Die Vorstands- und Beiratssitzung
Z. T. aus gesundheitlichen Gründen und z. T. aufgrund anderweitiger Verpflichtungen mußten 5 Mitglieder des Gremiums und Dr. Martin Sprungala dem Treffen fernbleiben.
Nach Begrüssung der Anwesenden und dem Gedenken aller im vergangenen Jahr verstorbenen Heimatfreunde wurde die umfangreiche Tagesordnung abgearbeitet. Im Mittelpunkt der 3- stündigen Beratungen stand das Projekt „Bestandsaufnahme des Wissens (Erfassung u. Registrierung) und Information (Weitergabe dieses Wissens) über den Altkreis Meseritz (Meseritz, Birnbaum, Schwerin/Warthe)“. Dazu war Dr. Wolfgang Kessler, ehemaliger Direktor der in Herne ansässigen Martin-Opitz-Bibliothek, eingeladen worden.
Er gab einen umfassenden Überblick sowohl über den Stand der Arbeiten, mit denen ihn der HKr im Jahre 2014 betraut hatte und die nunmehr nahezu abgeschlossen sind, als auch über die in diesem Zusammenhang noch anstehenden Themen, die zu erledigen sind. (Sh. hierzu auch die Ausführungen von L. v. Kalckreuth im Vorwort und den Beitrag von Dr. Kessler in diesem HGr).
So müssen u.a. die auf der Wewelsburg eingelagerten Archivbestände, deren Eigentümer der Heimatkreis ist, gesichtet, auf historisch-wissenschaftliche Relevanz untersucht und entschieden werden, welche Materialien zukünftig an welchem Ort eingelagert werden sollen bzw. können. Die sog. „Heimatstube“ war bereits vor Jahren aufgelöst und ein Teil dem Museum in Meseritz als Dauerleihgabe überlassen worden.
Alle Teilnehmer der Sitzung waren beeindruckt von der Vielzahl der hochkarätigen Kontakte zu in- und ausländischen Bibliotheken, wissenschaftlichen Einrichtungen, Lehrstühlen und sonstigen Institutionen, die dazu beitragen werden, das im Laufe von Jahrhunderten schriftlich gesammelte Wissen über die Kreise Meseritz, Birnbaum und Schwerin/Warthe zukünftig objektiv und ideologiefrei allen (Familien-)Forschern und anderweitig Interessierten über Internet digital und nach unterschiedlichen Suchkriterien weltweit zur Verfügung zu stellen.

Dieses in jeder Hinsicht anspruchsvolle Projekt geht lt. Dr. Kessler weit über das hinaus, was andere Heimatkreise zur Bewahrung, Überlieferung und Verbreitung von regionalem Wissen aus den ehemals deutschen Ostgebieten bisher verwirklicht haben und ist vorbildlich.
Vorstand und Beirat setzen auch weiterhin auf die unumstrittene Kompetenz des Vortragenden, bejahen einmütig und einstimmig sowohl die Zielrichtung als auch die Fortsetzung der Arbeiten und wünschen Dr. Kessler dafür weiterhin viel Erfolg. Um 15 Uhr endete die Vorstands-/ Beiratssitzung.

Heimattreffen Paderborn 2016

Nachmittag des Wiedersehens im Fahnensaal
Die Teilnehmerliste wies jetzt bereits 25 anwesende Heimatfreunde aus, darunter auch unsere aus Posen angereisten polnischen Freunde, von denen sich Tomasz Czabanski und sein Mitarbeiter Maksymilian Frackowiak bereits seit Montag in Paderborn aufgehalten hatten, um in den Archivbeständen der Wewelsburg zu arbeiten.
L. v. Kalckreuth begrüsste alle Anwesenden mit Handschlag und eröffnete damit gleichzeitig das Heimatkreistreffen, das für die ersten 3 Stunden in Form von persönlichen Gesprächen bei Kaffee und Kuchen oder einem entspannten Gedankenaustausches mit Frischgezapftem ablief.
Für diejenigen Vorstands- und Beiratsmitglieder, die sich im Hotel Manu einquartiert hatten, klang der Tag mit einem gemeinsamen Fernsehkrimi aus, der Übertragung des Fußball- Pokalendspiels Bayern München gegen Borussia Dortmund.
Sein Ausgang riss zwar nicht alle Anwesenden zu jubelnder Begeisterung hin, tat der gelockerten Atmosphäre jedoch nur wenig Abbruch. Ein Heimatfreund aus der näheren Umgebung von Köln zitierte am Spielende mit Blick auf den Pokal das Rheinische Grundgesetz und stellte sachlich fest: „Wat fott es, es fott!“(„Was fort ist, ist fort!“ – nämlich der Pokalgewinn für Dortmund). Später bei der Pokalübergabe an die Bayern meinte er grosszügig „Mer muss och jünne könne!“ („Man muss auch gönnen können!“).

Die Feierstunde des Heimattreffens
Die gemeinsame Feierstunde der Heimatkreise Meseritz, Birnbaum und Schwerin/ Warthe begann am Sonntag um 10 Uhr: Sie wurde musikalisch umrahmt von drei jungen Damen der Kreismusikschule Paderborn unter der Leitung von Frau Annett Bechmann, die mit Piano, Querflöte und Violine Kammermusik von Carl Czerny, Franz Schubert und Johann Ludwig Dussek zu Gehör brachten.
Die Anwesenheitsliste des HKr Meseritz verzeichnete zu diesem Zeitpunkt insgesamt 46 teilnehmende Heimatfreunde; der HKr Schwerin/ Warthe war mit weiteren 25 Teilnehmern vertreten, so daß aufgrund der mehr als 70 Anwesenden das Gestühl im Fahnensaales in routinierter Manier kurzfristig nachgerüstet wurde.
Nach einem musikalischen Auftakt begrüsste zur Eröffnung der Feierstunde Leonhard v. Kalckreuth alle anwesenden Heimatfreunde, namentlich die Ehrenvorsitzende Gretel Lehmann und den Zweiten Ehrenvorsitzenden Joachim Schmidt sowie die polnischen Freunde aus Posen und hieß den Landrat des Landkreises Paderborn, Herrn Manfred Müller, herzlich willkommen.

Heimattreffen Paderborn 2016
Er verwies auf die vor 32 Jahren vom Kreis Paderborn übernommene Patenschaft für die HKr Meseritz und Schwerin/Warthe und betonte dabei, daß die Heimatkreise in der Vergangenheit bei auftretenden Problemen stets gesprächsbereite Zuhörer in der Kreisverwaltung gefunden hätten.
In seinem zusammenfassenden Dank für die Gastfreundschaft bezog er insbesondere auch den Leiter der Kulturabteilung, Herrn Struckmeier, ein, der in diesem Jahr wieder den reibungslosen Ablauf der gemeinsamen Feierstunde vorbereitet und sichergestellt hat. Am Ende seiner Ausführungen lud der Vorsitzende alle Anwesenden zur anschließenden Kranzniederlegung mit Totengedenken am Ehrenmal vor dem Kreishaus Paderborn ein.

Heimattreffen Paderborn 2016WIm Anschluß an ein musikalisches Intermezzo richtete sodann Landrat Manfred Müller das Wort an die Heimatfreunde und hieß alle nach Paderborn Angereisten herzlich in seiner Kreisstadt willkommen. Er erinnerte an Flucht und Vertreibung zum Ende des Weltkriegs, an die zahllosen Opfer, an den schmerzvollen Verlust von Hab und Gut und Heimat, geblieben sei den damaligen Flüchtlingen lediglich die Liebe zur Heimat.
Er schlug den großen Bogen zur aktuellen Situation in Deutschland und speziell im Kreis Paderborn und führte aus, daß hier seit Anfang 2015 nahezu 6.000 Flüchtlinge untergekommen und durchweg überall herzlich aufgenommen worden seien, wobei deren Integration in den ländlichen Gebieten aufgrund der dort gut funktionierenden Sozialstrukturen leichter gelänge als in den mehr oder weniger anonymen Städten.

Heimattreffen Paderborn 2012 Landrat Müller rief dazu auf, vor dem Hintergrund der eigenen Geschichte die heutigen Flüchtlinge mit Offenheit und Sensibilität für uns unbekannte Kulturen zu empfangen und betonte zugleich, die Gleichstellung von Mann und Frau würden auch in Zukunft zu den unverzichtbaren Grundwerten unserer Zivilgesellschaft gehören.In seinen weiteren Ausführungen würdigte er den Anteil der Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg beim Aufbau des zerstörten, am Boden liegenden Deutschlands und lobte die Heimatkreise, die Vorbilder seien für Heimatliebe und Erinnerungskultur. Sie seien es, die die Beziehungen zu unserem östlichen Nachbarn auf der persönlichen Ebene pflegen und ausbauen, auch wenn sich das Verhältnis zwischen den Regierungen abgekühlt und in der Vergangenheit schon intensivere Phasen erlebt habe. Trotz mancher Differenzen dürfe der Gesprächsfaden auf zwischenstaatlicher Ebene nicht abreißen und Kompromißfähigkeit sei gefragt, denn ein geeintes Europa sei ein Garant für den seit 71 Jahren andauernden Frieden unter den europäischen Völkern.
Das deutsch-polnische Verhältnis sei mit Blick auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts ein ganz besonderes und müsse deswegen auch besonders gepflegt werden, um dauerhafte Verständigung und stabile Freundschaft zu erreichen bzw. sicherzustellen.

In diesem Zusammenhang begrüsste der Landrat die aus Polen angereisten Gäste und Freunde auf Polnisch und dankte ihnen unter starkem Applaus aller anwesenden Heimatfreunde für ihr Engagement zur dauerhaften polnisch-deutschen Aussöhnung.
Am Ende seiner Ansprache gedachte Landrat Müller dem im August 2015 verstorbenen Vorsitzenden des Heimatkreises Schwerin/Warthe, Gerhard Schwarz, sowie aller in den vergangenen 2 Jahren verstorbener Heimatfreunde und wünschte noch schöne Stunden in Paderborn.

Heimattreffen Paderborn 2016Nachdem die jungen Damen erneut ein Musikstück intoniert hatten, betrat Tomasz Czabanski aus Posen das Podium, um über die Exhumierungsarbeiten seines Vereins POMOST zub erichten. Er sei, so Tomasz, im Jahre 2001 das erste Mal in Paderborn gewesen und seitdem bestehe eine enge Freundschaft zwischen ihm und den Heimatkreisen. Damals sei Polen als ehemaliges Mitglied des Warschauer Pakts gerade der NATO beigetreten.
Im Jahre 2004 folgte, nicht zuletzt mit deutscher Unterstützung, der Beitritt Polens zur Europäischen Union und ermöglichte dem Land einen bis dahin nicht gekannten wirtschaftlichen Aufschwung. Erst vor wenigen Wochen wurde das 1.050. Jubiläum der Christianisierung Polens gefeiert, so daß Polen auf eine mehr als ein Jahrtausend währende, von christlicher Tradition geprägte Geschichte blicken könne.
Sodann setzte er sich kritisch mit der derzeitigen polnischen Regierungspolitik von Ministerpräsidentin Beata Szydlo auseinander. Die von der PiS-Partei unter Führung des ehemaligen Ministerpräsidenten Jaroslaw Kaczynski gestellte Regierung verfüge über die absolute Mehrheit im Sejm und vertrete ein konservativ-katholisches Weltbild, das von Intoleranz geprägt sei.
Deutschland und der europäischen Integration Polens stünde man im offiziellen Warschau gegenwärtig kritisch bis ablehnend gegenüber.

THeimattreffen Paderborn 2012omasz betonte, dass die Regierungspolitik von der Mehrheit der polnischen Bevölkerung wie auch von ihm persönlich abgelehnt würde und wies in diesem Zusammenhang auf machtvolle Demonstrationen im Lande hin, die zur Verteidigung von Demokratie und Verfassung in Polen veranstaltet würden und an denen sich auch ehemalige Präsidenten und Außenminister beteiligt hätten. Trotz dieser bedauerlichen Entwicklung würde die Zusammenarbeit zwischen POMOST und der Deutschen Kriegsgräberfürsorge fortgesetzt. In diesem Jahr seinen bis jetzt bereits 997 sterbliche Überreste von ehemaligen Soldaten und Zivilisten geborgen worden.

Abschließend lud Tomasz Cabanski alle Heimatfreunde zu einer Gedenkveranstaltung zum 10-jährigen Bestehen der deutschen Kriegsgräberstätte am 22. Oktober nach Neumark/Stare Czarnowo südlich von Stettin/Szczecin ein. Die Zuhörer dankten Tomasz Czabanski für seine offenen Worte mit starkem Applaus“.


Heimattreffen Paderborn 2016Sr. Oberin Brigitte Baller aus Erfurt, die in diesem Jahr nicht nach Paderborn kommen konnte, hatte ihre Gedanken für das Geistliche Wort und Ehrung der Toten niedergeschrieben und ließ sie von Heimatfreund Joachim Schmidt vortragen. In den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen stellte sie Worte von Jesus Christus: »Den Frieden lasse ich Euch; meinen Frieden gebe ich Euch. Nicht gebe ich Euch wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht und forderte auf, Botschafter des Friedens und der Versöhnung zu sein.« Das besinnliche Wort endete in einem gemeinsamen Vaterunser.

Nachdem die Musikschülerinnen ein letztes Mal ihre Instrumente hatten erklingen lassen, ergriff zum Schluß der stellvertretende Vorsitzende des Heimatkreises Schwerin/ Warthe, Paul Spiller, das Wort, dankte allen, die am Zustandekommen des Heimattreffens beteiligt waren, den Mitarbeitern der Kreisverwaltung, den Mitwirkenden der Kreismusikschule und insbesondere auch allen Mitarbeitern des Schützenhofs. Er richtete Grüsse des eingeladenen Bürgermeisters von Schwerin/Skwierzyna, Herrn Leslaw Holownia aus, der seine geplante Reise nach Paderborn kurzfristig absagen musste. Schließlich stellte er unter herzlichem Applaus aller Heimatfreunde den neuen Vorsitzenden des HKr Schwerin/Warthe vor, Herrn Adalbert Hauck, Bürgermeister der Gemeinde Höpfingen in Baden- Württemberg.


Heimattreffen Paderborn 2012

Damit war die Feierstunde beendet und ein Teil der Anwesenden fuhr zum Kreishaus, um dort an der Kranzniederlegung am Gedenkstein der Heimatkreise teilzunehmen.
Dort ergriff Heimatfreund Joachim Schmidt das Wort, nachdem Landrat Müller und die Vorsitzenden der Heimatkreise Meseritz und Schwerin/ Warthe die 3 Kranzschleifen entfaltet hatten. In Anwesenheit von etwa 25 Heimatfreunden beschrieb er die Entwicklung des HKr Meseritz, der im Jahre 1977 durch die Initiative der Heimatfreunde Heinrich v. Rosenberg und Ernst Hoffmann in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Paderborn eingetragen worden war.
1984 übernahm der Kreis Paderborn die Patenschaft für die HKr Meseritz und Schwerin/ Warthe, und noch im gleichen Jahr konnte als sichtbares Zeichen der bleibenden Verbundenheit mit der verlorenen Heimat und zur Erinnerung an die zurückgelassenen Gräber der Vorfahren gemeinsam mit dem damaligen Landrat Joseph Köhler vor dem Kreishaus ein Gedenkstein errichtet werden.
Für diese Geste sind alle Heimatfreunde dem Kreis Paderborn von Herzen dankbar, gab es doch dadurch insbesondere in Zeiten, als die Grenzen nach Osten noch verschlossen waren, einen Ort, an dem man in Würde der Toten und der verlorenen Heimat gedenken konnte.

Heimattreffen Paderborn 2016Aber die Zeiten haben sich geändert, die Grenzen sind offen, jeder hat die Möglichkeit, die Stätten seiner Kindheit in Polen zu besuchen und findet dort mit Glück sogar noch Gräber der eigenen Familie. Demgegenüber muß man erkennen, daß die Teilnehmerzahl an den Heimattreffen altersbedingt stetig abnimmt.

Joachim Schmidt stellte die Frage, ob der Gedenkstein in Paderborn an Bedeutung verlieren würde und beendete seine Ansprache mit den Worten „Nein! Er soll und wird für alle, die ihn betrachten, ein Mahnmal sein, ein Mahnmal, daß Krieg für uns nur Not, Leid und Tod bedeutet.“ Landrat Manfred Müller griff die erkennbare Besorgnis, der Gedenkstein vor dem Kreishaus könnte eines Tages der Vernachlässigung und dem Vergessen anheim fallen, auf und erklärte, der Kreis Paderborn werde auch in Zukunft den vor 32 Jahren errichteten Stein pflegen.
Er habe erlebt, daß junge Menschen von Gedenksteinen auf Friedhöfen oder in Parkanlagen durchaus angesprochen würden und bereitwillig nach ihrer Bedeutung und den Hintergründen fragen. Am Gedenkstein der Heimatkreise gäbe es für ihn die Möglichkeit, über Flucht und Vertreibung, über den Verlust der Heimat, seine Ursachen und die unvorstellbaren Opfer der ehemals ostdeutschen Bevölkerung zu sprechen.
Mit diesem klaren Bekenntnis des Landrats endete die Kranzniederlegung am Gedenkstein. Während die Heimatfreunde aus Schwerin direkt in ihr Tagungshotel Gerold zurückfuhren, begaben sich die Meseritzer wieder zum Schützenhof, aßen zu Mittag oder nahmen Kaffee und Kuchen zu sich und nutzten die verbleibenden Stunden zur Unterhaltung und für anregende Gespräche. Gegen 16 Uhr endete das diesjährige Heimattreffen in Paderborn und ein jeder trat wieder seinen Heimweg an.


Das nächste Heimatkreistreffen wird am 20. Mai 2017 in Perleberg stattfinden.