Altlutheraner im Posener Land
von Dr. Johannes Launhardt– alle Fotos aus: Ökumenische Landschaft Polens

Haben die sogenannten Altlutheraner etwas mit Luthers Reformation zu tun?
„Im Lutherjahr sollten wir etwas über die Reformation und die Altlutheraner in unserer alten Heimat bringen,“ sagte am Anfang des Jahres 2017 Heimatfreund Joachim Schmidt und bat mich, etwas darüber zu schreiben. Ich sagte zu und besorgte mir Bücher und Artikel.
Obwohl ich selbst 1944 in der altlutherischen Kirche von Birnbaum konfirmiert worden bin, war mir vieles neu und ich entdeckte interessante Entwicklungen. Auch allgemeine Vorstellungen mußten revidiert werden. Nach der allgemeinen Vorstellung gab es im Posener Land die katholische Kirche und die evangelische Kirche; die eine für die Polen, die andere für die Deutschen. Daß es daneben auch eine lutherische Freikirche gab, war weniger bekannt.

Die Glieder dieser Kirche, meist Altlutheraner genannt, hatten in Prittisch (Kreis Birnbaum), Meseritz, Zielenzig, Driesen, Schodau, dazu in Posen, Nekla (bei Wreschen), Birnbaum, Neutomischel, Tirschtiegel, Dürrlettel, Grätz, Neu Hopfengarten (bei Neutomischel), Koschanowo und in und bei Rogasen und Bromberg ihre Kirchen oder Bethäuser und wurden von eigenen Pastoren oder Lektoren betreut. In Schlesien, mit Hauptsitz in Breslau, waren die Lutheraner noch stärker vertreten.
Warum gab es diese Kirche neben der evangelischen Landeskirche? Hatte der „alte“ Luther sie ins Leben gerufen und gab es sie überall in Polen? Nein. Die Entstehung dieser Kirche geht nicht zurück auf Luther oder andere Reformatoren, sondern auf die Kabinettsorder des preußischen Königs Friedrich Wilhelms III. von 1817. Um das zu verstehen, muß man auf den Ablauf der Reformation in Polen schauen und auf die politischen Entwicklungen.

Die Reformation in Polen
Die Verbreitung reformatorischen Gedankenguts in Polen war komplex und vielschichtig. Nach Meinung des Historikers A. Starke war dabei auch in Polen die Zeit zur Erneuerung der Kirche reif. Der sittliche Tiefstand zumal der oberen Geistlichkeit rief danach.
Der Adel wollte vom Zehnten und vom geistlichen Gericht frei werden. Das städtische Bürgertum war offen für die Gedanken des Humanismus und Hussitische Strömungen ebneten den Weg. Dazu wirkte die Kraft des Evangeliums selbst. In Großpolen (Posener Land) fanden besonders die Schriften und Lehren Martin Luthers großen Anklang, vornehmlich in den Städten. Bereits 1518 kam die Idee der Reformation nach Danzig und eine Kirchenreform begann dort.
Reisende Händler und Studenten aus Wittenberg brachten Luthers Gedanken und Schriften auch nach Thorn, Posen und anderen Städten. 1522 wurde in Posen die erste Predigt im Geiste der Reformation gehalten. 1525 fand die Reformation Eingang in Breslau; das alles noch vor dem öffentlichen Bekenntnis der lutherischen Lehre auf dem Reichstag in Augsburg 1530.



In Schlesien und Südpolen verlief die Entwicklung teils anders. Dort waren es Flüchtlinge aus Böhmen, die evangelische Ideen wie den Empfang des Abendmahls in beiderlei Gestalt verbreiteten.

Der Prager Reformer Johannes Hus war 1415 in Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden, und seine Anhänger wurden im katholischen Böhmen schwer verfolgt. Sie flohen in die Wälder und nach Polen. Später wurden sie regelrecht aus ihrer Heimat vertrieben. Drei dieser vertriebenen Böhmischen Brüder kamen 1548 in Posen an und erhielten dort Asyl.
In Kleinpolen (Warschau) und Litauen fanden die Gedanken und Ideen des Schweizer Reformators Calvin verstärkt Eingang. Besonders der polnische Adel war offen für dessen Lehren. Man hoffte, in Verbindung mit der neuen Glaubenslehre nötige Reformen leichter durchführen zu können. Kreise von sogenannten Reformierten bildeten sich.
Der Ordensstaat im Norden wurde durch den letzten Hochmeister des Kreuzritterordens, Albrecht von Hohenzollern, in ein weltliches Herzogtum umgewandelt und die Reformation eingeführt. Das half der evangelischen Bewegung in Polen.

Natürlich gab es auch königliche Anordnungen und Widerstände gegen die Reformation. Die Einfuhr von Luthers Schriften wurde verboten und Studienfahrten nach Wittenberg untersagt. Dennoch breiteten sich die Reformideen weiter aus. König Sigismund I, der 13 Führer der evangelischen Bewegung hinrichten ließ und das Danziger Luthertum blutigst bekämpfte, konnte alles nur vorübergehend eindämmen.
Unter seinem Sohn Sigismund August änderte sich das. Die Evangelischen erhielten gewisse Freiheiten und konnten, vielfach durch Gutsbesitzer ermöglicht, Gottesdienste halten, teils in calvinistischer Art, teils in lutherischer. Kleine Gemeinden bildeten sich. Da, wo ein Fürst sich der Reformation öffnete, wie etwa der Großherzog von Teschen, wurde die ganze Region evangelisch. Das Evangelium breitete sich trotz der Widerstände im ganzen Land aus.

Die Verbreitung der guten Botschaft wurde auch dadurch unterstützt, dass 1553 das Neue Testament in polnischer Sprache herausgegeben wurde und 1563 die Brzeska Bibel, unter der Schirmherrschaft des Fürsten Radziwill. Luthers Kleiner Katechismus wurde ebenfalls ins Polnische übersetzt.
Schließlich gab es in Polen, neben kleineren Gruppen wie den Befürwortern einer romfreien Nationalkirche oder den antitrinitarischen Sozinianern, einer ihrer Vertreter war der Adelige v. Schlichting-Bukowiec aus Bauchwitz, Kr. Meseritz, drei protestantische Religionsgemeinschaften, nämlich die Lutheraner, die Böhmischen Brüder (BrüderunitaÅNt) und die Reformierten.
In ihren Lehren und Schwerpunkten bestanden zwar erhebliche Unterschiede, aber der Wille zur Erneuerung und der Kampf gegen die beginnende Gegenbewegung verband sie. Vertreter dieser drei Gruppen kamen in Sendomir a.d. Weichsel zusammen, um sich gegenseitig anzuerkennen und zu unterstützen, von anderen Strömungen zu distanzieren und die Reformationsbewegungen in Polen zu bündeln.





Für die Abendmahlslehre fand man einen Kompromiss. Der Vergleich von Sendomir wurde im Jahre 1570 geschlossen. Das war ein wichtiger Schritt. Schon drei Jahre später, 1573, als mehr als die Hälfte der weltlichen Senatoren im evangelischen Lager standen, wurde auf dem Reichstag (Sejm) zu Warschau die Glaubensfreiheit und Religionstoleranz für alle Bürger Polens zum Staatsgesetz erklärt, das für jeden König oder Fürst bindend war. Ein Höhepunkt der evangelischen Bewegung in der Republik Polen! Im Posener Gebiet gab es damals bereits 142 lutherische Gemeinden.

Dann begann um 1600 unter jesuitischem Einfluss die Gegenreformation, von Kaiser und Papst unterstützt und mit Polonisierungsbestrebungen verquickt. Zwei Drittel der evangelischen Kirchen in Polen wurden enteignet, in katholische Gotteshäuser umgewandelt oder zerstört, wie etwa in Posen, Krakau, Wilna oder Lublin.
Anti-evangelische Aufstände wurden organisiert und Pfarrer ihrer Ämter enthoben. Evangelische Kirchen durften ab 1632 nicht mehr gebaut werden und Protestanten keine öffentlichen Ämter innehaben. Eine schlimme Zeit! Diese Einschränkungen schwächten die Bewegung sehr.
Dazu kamen ein Rückgang der evangelischen Bildungsarbeit, inner-protestantische Zwistigkeiten und die Tatsache, daß viele Edelleute in die röm.-kath. Kirche zurückkehrten, nachdem ihre politisch-wirtschaftlichen Forderungen erfüllt waren. Daß im 17. und der ersten Hälfte des 18.Jahrhunderts der Protestantismus nicht ganz aus Polen verschwand, ist neben der Unterstützung aus dem evangelischen Ausland den deutschen Bürgern in den Städten und den Evangelischen in den zahlreichen Hauländersiedlungen zu verdanken, die treu zu ihrem Glauben standen.
Besonders zu erwähnen ist hier auch das Teschener Land in Ostschlesien (heute südlicher Zipfel Polens), wo etwa 40.000 Gläubige sich bereits 1709 mutig zu ihrem reformatorischen Glauben bekannten und dank der Fürsprache des schwedischen Königs Karl XII eine Kirche bauen durften.

Unter dem Einfluss ausländischer Mächte kam es schließlich 1768 zu dem Warschauer Traktat über die Gleichberechtigung aller Konfessionen, was den Evangelischen Glaubens- und Kulturfreiheit brachte. Die Zahl der Protestanten war durch die Gegenreformation sehr verringert worden, aber nicht ausgelöscht.

Es kam zu den Teilungen Polens 1772, 1793, 1795 und der Wiener Schlußakte von 1815. Polen wurde aufgeteilt zwischen Preußen, Russland und Österreich. Eine neue Situation. Das Posener Land (Großpolen) kam zu Preußen. Für die Protestanten war das gut. Sie konnten nun frei ihre Religion ausüben, Kirchen mit Türmen bauen, öffentliche Ämter innehaben, soziale Einrichtungen schaffen und auch zur Entwicklung des Landes beitragen. Das alles hielt etwa 125 Jahre an. Die lutherischen Gemeinden und die Reformierten waren, wie in Brandenburg, durch königliche Anordnung zur „Preußischen Union“ zusammengeschlossen worden. Daß es in Schlesien und im Posener Gebiet schon bald zu Spannungen zwischen den Lutheranern und den Unierten kam, darüber wird später zu berichten sein.
Nach dem Warschauer Traktat und den Teilungen Polens setzte eine verstärkte Einwanderung aus dem Westen ein. Evangelische Bauern, Handwerker und Industriefachleute aus Deutschland, der Schweiz und Holland siedelten sich an.



Es bildeten sich neue Gemeinden. Bis 1830 waren es bereits über 40, z. B. in Warschau (Kirchbau ab 1777), Kalisch, Bialystok, Plock, Radom, Pabianice, Petrikau, Zdunska Wola, oder Lodz, das 1821 nur 799 Einwohner zählte, 1912 aber 459 000 hatte. Lodz war, wie auch Warschau, unter russischer Oberhoheit. Natürlich wurden auch viele russisch-orthodoxe Kirchen gebaut. Die lutherischen Gemeinden dort nannten sich Evangelisch-Augsburgisch. Daneben gab es auch die Reformierte Kirche. Nach zaristischer Bestimmung wurden beide Kirchen von 1828-1849 durch ein gemeinsames Konsistorium verwaltet. Pfarrer Julius Ludwig war dann von 1849-1874 Generalsuperintendent (Bischof) der Evang.- Augsburgischen Kirche. Der bekannte Bischof Julius Bursche leitete diese lutherische Kirche in Polen von 1904-1942.



In den Gebieten, die unter österreichische Herrschaft gekommen waren, ermöglichte das Toleranzedikt des Kaisers Josef II den Bau von evangelischen „Gebetshäusern“. So entstanden Kirchen nicht nur in Teschen, sondern auch in Bielitz, Wisla oder Ustron. Sie gehörten ebenfalls zur Evangelisch-Augsburgischen Kirche.
Nicht unerwähnt darf bleiben, daß nach den Teilungen des Landes die katholische Kirche zu einer Klammer für Polen wurde.

Der 1. Weltkrieg brachte große Veränderungen. Polen wurde 1918 eine unabhängige Republik. Ein Problem bestand darin, daß in dem neuen Staat nur 68 % der Bevölkerung Polen waren und von den immerhin 1.2 Millionen Evangelischen im Land über 80 % Deutsche. Die Frage nach einem friedlichen Zusammenleben der Volksgruppen und Konfessionen lag auf der Hand.

Die altpreußisch-unierte Landeskirche im Posener Land, zu der später noch etwa 300.000 Evangelische aus Pommerellen kamen, ließ sich als Unierte Evangelische Kirche in Polen registrieren, widersetzte sich aber dem staatlichen Versuch, die Oberhoheit dem Konsistorium in Warschau zu übertragen. Die führende Persönlichkeit dieser Kirche war Generalsuperintendent D. Paul Blau in Posen.

Bischof Julius Bursche in Warschau war der Leiter der Evangelisch-Augsburgischen Kirche. Diese Kirche hatte nicht nur Gemeinden in den ehemals unter russischer oder österreichischer Verwaltung stehenden Gebieten, sondern auch in Posen, Bromberg, Thorn, Dirschau oder Graudenz, wohin polnischsprachige Evangelische aus Mittelpolen gekommen waren. Sie genossen Gastrecht bei den Altlutheranern. Leider war das Verhältnis zwischen den beiden protestantischen Kirchen in Polen in dieser Zeit nicht immer spannungsfrei, wobei man bedenken muß, daß aufgrund der durch die Teilungen Polens entstandenen unterschiedlichen Entwicklungen die Ausgangspositionen für J. Bursche und P. Blau sehr unterschiedlich waren.

Das Kirchengesetz des Präsidenten der Republik Polen von 1936, das das Verhältnis der Kirchen zum Staat regeln sollte, hatte nach Meinung von Fachleuten, die Polonisierung der deutschsprachigen evangelischen Christen als Ziel. Die diskriminierende Politik von polnischen Behörden, die ich ab Sommer 1939 in Miedzychod/ Birnbaum selbst erlebte, trug auch nicht zu einem besseren Verständnis zwischen den Völkern und Konfessionen bei. Der Überfall auf Polen im September 1939 und die Zeit der national- sozialistischen Herrschaft bis 1945 waren schlimm für die Polen, aber auch für evangelische Deutsche.




Der „Warthegau“ sollte Musterland nazistischer Kirchenpolitik werden und der Gauleiter Arthur Greiser, SS Obergruppenführer, tat alles, um die Kirchen zu schwächen. Etwa 30% der evangelischen Geistlichen Polens wurden umgebracht, unter ihnen Bischof Julius Bursche und Gustav Manitius, das Oberhaupt der Großpolnischen Diözese der Evangelisch-Augsburgischen Kirche. Aber auch die deutschen evangelischen Gemeinden wurden bedrängt, ihre Pastoren bespitzelt und Gebäude enteignet.

Das Wartheland sollte frei von aller Religion werden, nur an den Führer glauben. In dieser für die Kirche existenzbedrohenden Lage immer die richtige Entscheidung zu treffen und nötigen Schritte zu unternehmen, war nicht leicht. Das Bemühen von Gen. Sup. Paul Blau, durch stärkere Anbindung an die Großkirche im Altreich seine Diözese zu schützen und zu erhalten, half wenig. Das Jahr 1945 brachte das Ende der Unierten Evangelischen Kirche in Polen. Der Ausgang des Krieges, Flucht und Vertreibung brachten auch das Ende der altlutherischen Gemeinden im Posener Land.

Für die Evangelisch-Augsburgische Kirche in Polen bedeutete das Ende der Nazi-Herrschaft nicht den Anfang einer „goldenen“ Zeit, sondern den Beginn von Verfolgung durch die kommunistische „Volksregierung“ unter dem Vorwand der Auseinandersetzung mit den Deutschen. Der Hass auf alles Deutsche wurde geschürt und „lutherisch“ als „deutsch“ beargwöhnt.
Im Zuge einer „Entdeutschungspolitik“ hat man die verbliebenen Deutschen ausgewiesen, Evangelische Friedhöfe im Posener Land sowie Inschriften und alles, was an die deutsche Zeit erinnerte, verwüstet. In Giereks Zeiten wurden über 6000 evangelische Kirchengebäude der katholischen (polnischen) Kirche übergeben.




Trotz erschwerter Bedingungen trafen sich Geistliche der Evangelisch-Augsburgischen Kirche, um ihre Aktivitäten zu regeln und neue Verwaltungseinheiten (Diözesen) zu schaffen.
1950 konnte die erste Synode dieser Kirche nach dem 2. Weltkrieg gehalten werden. Polnische lutherische Bischöfe wurden mit der Leitung der Kirche beauftragt. Auch hielt man verschiedene Evangelisationskurse und -wochen ab. Im Laufe der Zeit entspannte sich die Lage und die Evangelischen, obwohl eine Minderheit, machten deutlich, daß sie loyal zum polnischen Staat stehen und sich auch an sozialen Aufgaben beteiligen.

Zu den Lutheranern und den Reformierten kamen bald Methodisten und Baptisten hinzu sowie nach der Wende Pfingstler und 7. Tags- Adventisten. Bei der Volkszählung von 2011 in Polen gaben schließlich knapp 150.000 Menschen an, zu einer evangelischen Kirche oder Gruppe zu gehören. Eine kleine Zahl, wenn man bedenkt, mit wie viel Begeisterung die reformatorischen Gedanken im 16. Jahrhundert aufgenommen und verbreitet worden waren.




Überdenkt man die Reformation in Polen, so ist festzuhalten, daß sie von unterschiedlichen Personen und Strömungen bestimmt war, die nicht immer miteinander, sondern nebeneinander, teils gegeneinander gearbeitet haben. Es fehlte eine überragende, evangelische polnische Persönlichkeit im Land, die deutlich gemacht hätte, daß evangelischer Glaube nicht eine Sache des Auslands ist.
Als bleibendes Verdienst der Reformation gilt jedoch, daß die Bibel in die polnische Sprache übersetzt wurde und sich die Frage nach der Rechtfertigung des Menschen vor Gott ganz neu stellte.

Die Lehren von Hus, Luther und Calvin brachten viele Zeitgenossen zum Nachdenken. Daß durch die europäischen Machtkämpfe und die Gegenreformation sich unversöhnliche Spannungen aufbauten, ist zu bedauern.
In der Beurteilung der preußischen Zeit und der Deutschen in Polen hat sich ein Gesinnungswandel vollzogen. Polnische Wissenschaftler, insbesondere Prof. Dr. Jerzy Kolacki in Posen, beschäftigen sich heute intensiv mit dem materiellen und kulturellen Erbe der Deutschen und sind dankbar für Hinweise und Beiträge.


Wird fortgesetzt: Über das Ergehen der Altlutheraner im Posener Land