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Heimatkreis Meseritz e.V.

Familienforschung in den Kreisen Meseritz und Birnbaum
von Helmut Kahl

Seit 2000 bin ich auf der Spurensuche nach meinen Vorfahren. Diese sehr zeitaufwendige und mühsame Forschungsarbeit führe ich durch, um Licht in die Vergangenheit zu bringen. Irgendwann fragen die Enkelkinder oder später deren Kinder, wer waren unsere Vorfahren und wo lebten sie.
Zu Lebzeiten unserer Eltern und Großeltern hätten wir vieles klären und beantworten können. Alles das, was heute oder morgen von Interesse sein könnte, wurde nicht aufgeschrieben und Urkunden sind nicht mehr vorhanden. Unsere Nachkommen haben keine Erinnerung an unsere Heimat und die Enkel wissen nur noch aus Erzählungen, wo unsere Vorfahren einmal zu Hause waren.

DAS POZNAN PROJECT
Es ist heute schon etwas leichter, Daten über unsere Ahnen zu bekommen. Mit vielen Helfern aus dem In- und Ausland hat Dr. Lukasz Bielecki aus Posen die Datenbank POZNAN PROJECT aufgebaut, ein Heiratsindex für das 19. Jahrhundert in der ehemaligen preußischen Provinz Posen und benachbarten Gebieten. Diese Datenbank enthält gegenwärtig mit Stand von Februar 2014 1.059.273 Heiratseinträge! Ich hatte die Möglichkeit, an diesem Projekt mitzuarbeiten und kenne Dr. Bielecki als Leiter des Projektes persönlich.
Die Suche ist sehr einfach, indem man den Familiennamen des Mannes oder der Frau eingibt und im Suchbereich - > weitere Suchkriterien < eingrenzt, in welchen Kreisen man suchen möchte, z. B. Kreis Birnbaum, Meseritz, Neutomischel und Schwerin/Warthe.

Das Posen-Projekt wurde in erster Linie konzipiert als eine Möglichkeit, die Probleme vieler Familienforscher, die in dieser Region forschen, zu lösen. Die Aufzeichnungen des 19. Jahrhunderts geben selten die genaue Herkunft der Menschen an, die die Provinz Posen verließen um sich in Amerika, Australien oder anderswo niederzulassen. Stattdessen ist die kurze Bezeichnung „Posen“ in der Regel alles, was bekannt ist. Viele Forscher haben viel Zeit und Geld bei der Suche nach ihren Vorfahren in den Pfarreien der Stadt Posen aufgewendet.
Wie vorauszusehen war, hatten nur wenige Erfolg. Tatsächlich können die Vorfahren aus der ganzen Region, die um 1900 rund 2 Millionen Einwohner hatte, stammen. Wir erhofften uns, so Bielecki, dieses Problem zu lösen, indem wir ausreichend Heiratseinträge für alle Gemeinden der Region online verfügbar machen, wodurch Forscher Herkunftsorte lokalisieren und entsprechende Mikrofilme bestellen können. Der Zeitraum 1835 bis 1884 wurde zunächst aus praktischen Gründen gewählt, entsprechend der Zeit der größten Emigration; später wurde der Zeitrahmen auf 1800 bis 1899 ausgedehnt. Die schiere Menge der Mikrofilmaufzeichnungen machte es für einen Einzelnen unmöglich, die Datensätze des gesamten Gebietes zu durchsuchen. Unser Ansatz ist seit jeher gewesen, den Aufwand auf viele Menschen aufzuteilen und freiwillige Mitarbeiter zu gewinnen, die eine oder zwei Gemeinden pro Person transkribieren.
Das Projekt wurde im Jahr 2000 begonnen und wir schätzen, daß wir derzeit ca. 75 Prozent der Eheschließungen in der Region erfaßt haben. Nicht zu übersehen ist, daß infolge des Zweiten Weltkriegs Kirchenbücher und Standesamtsakten verlorengegangen sind. Eine wachsende Zahl von Forschern hat bereits von diesem Projekt profitiert.


homepage Poznan Project


Homepage Basia-ProjektDAS PROJEKT BaSIA
Eine weitere Möglichkeit der Suche nach Personen ist das Projekt BaSIA. Dort wird das Archivgut aus dem Staatlichen Archiv Posen und Grünberg indiziert und über eine Suchmaschine zugänglich gemacht. Geburts-, Hochzeits- und Sterbeeinträge aus Kirchenbüchern und Standesämtern sind hier zu finden.


KIRCHENBÜCHER UND KIRCHENBUCHDUPLIKATE
Die Suche nach Kirchenbüchern der Kreise Meseritz, Schwerin/Warthe und Bomst wird durch die Datenbank der Mormonen zu einer großen Hilfe. Es ermöglicht die Einzelsuche nach Personen und unter >Aufnahmen in dieser Sammlung ansehen 505,755 Aufnahmen durchsuchen< werden unter Posen die Orte sichtbar, über die Kirchenbücher vorhanden sind.

Homepage Mormonen-Datenbak Familysearch.orgDie Suchseite des Staatsarchivs Allenstein/Ostpreußen ist hier online: Mit der Einführung des Preußischen Allgemeinen Landrechts 1794 wurde das Anlegen von Kirchenbuchduplikaten staatlich verordnet. KB-Duplikate sind Abschriften des Originals, können daher nicht mehr Informationen enthalten, höchstens weniger oder verfälschte, wenn der Abschreibende geschludert hat. In vielen Fällen sind KB-Duplikate jedoch Ersatzquelle, wenn die Originale nicht mehr vorhanden sind.

Das galt ebenfalls für die Führung der Kirchenbücher in Polen, eingeführt ab 1809 durch den napoleonischen ‚Code Civil‘. Der Code Civil (CC) (1807–1815 ist das französische Gesetzbuch zum Zivilrecht, das durch Napoléon Bonaparte am 21. März 1804 eingeführt wurde. Mit dem Code Civil schuf Napoleon ein bedeutendes Gesetzeswerk der Neuzeit, das auch vom Herzogtum Warschau übernommen wurde. Die Abschriften der KB wurden nicht immer vom Pfarrer vorgenommen, sondern auch von den Kantoren gefertigt. Das läßt sich am Schriftbild erkennen. Je nachdem, wie genau es der Schreiber mit der Amtssprache nahm, gab es die abenteuerlichsten „Übersetzungen“ der Namen. Originalbücher der evangelischen Kirchengemeinden sind nur äußerst selten erhalten. Umso glücklicher können wir uns schätzen, daß Kopien zu finden sind.


ARCHIVE DER STANDESÄMTER
Mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 wurde auch eine Vielzahl von Reformen durchgeführt, die unter anderem eine Trennung von Staat und Kirche zum Ziel hatten. So wurde mit dem „Standesamtsgesetz vom 9. März 1874“ festgelegt, daß künftig alle Geburten, Eheschließungen (die durch einen Standesbeamten zu erfolgen haben) und Sterbefälle in Standesämtern zu erfassen sind, statt wie bisher ausschließlich von den Kirchengemeinden. Standesamtsunterlagen, die älter als 100 Jahre sind, werden je nach Zuständigkeit in den Staatlichen Archiven Landsberg/Warthe oder Posen archiviert.

Landsberg/Warthe:
Archiwum Pañstwowe w Gorzowie Wielkopolskim
ul. Mocickiego 7
PL 66-400 Gorzów Wielkopolski
Tel: (95) 783-53-31
Fax: 722-79-68
email: sekretariat@gorzow.ap.gov.pl
http://www.gorzow.ap.gov.pl

Posen:
Archiwum Pañstwowe w Poznaniu
ul. 23 Lutego 41/43
PL 60-967 Poznañ
Tel: 61 852 46 01
Fax: 61 851 73 10
e-mail: archiwum@poznan.ap.gov.pl
http://www.poznan.ap.gov.pl

Anschriften der Standesämter
Kreis Meseritz:

Urzad Stanu Cywilnego
Rynek 1
PL 66 – 300 Miedzyrzecz

Kreis Birnbaum:
Urzad Stanu Cywilnego
ul. Marszalka Pilsudskiego 2
PL 64-400 Miêdzychód
Wielkopolskie

Kreis Schwerin /Warthe:
Urzad Stanu Cywilnego
Rynek 1
PL 66-440 Skwierzyna

Bei den Standesämtern der Kreise werden die Standesamtsregister geführt, soweit sie jünger als 100 Jahre sind.



Muster für einen Antrag zur Überprüfung im Archiv der Standesämter, z. B. Birnbaum:

Absender
Datum
Urzad Stanu Cywilnego
ul. Marszalka Pilsudskiego 2
64-400 Miêdzychód
Wielkopolskie
Polen

Werte Damen und Herren,
für meine Familienforschung bitte ich um Überprüfung in den Geburts- Heirats- und Sterberegistern Ihres Amtes über nachfolgende Verwandte:

Geburtsurkunde/aktu urodzenia
Mustermann, Emilie Helene
* 15.12.1914 in Birnbaum Nr. 208/1914
Heiratsurkunde/aktu malzeñstwa
Muster, Hermann * 14.05.1911 in ?
Mustermann, Emilie 19.10.1914 in Birnbaum
oo Mai 1934 in Birnbaum
Sterbeurkunde/aktu zgonu
Meister, Eva geb. Muster * 12.03.1935 in Liebuch, Kreis
Schwerin/Warthe † 15.08.1944 in Birnbaum

Fertigen Sie bitte von den vorhanden Urkunden Xerox-Kopien an, keine amtlichen Abschriften, und senden diese an meine Adresse. Schicken Sie mir eine Rechnung, damit ich die Kosten begleichen kann. Wenn sich die Urkunden in einem anderen Archiv befinden, teilen Sie mir bitte die Adresse mit. Für Ihre Unterstützung bedanke ich mich sehr herzlich.
Anna Mustermann



Praktische Tipps:
Der unterschriebenen Antrag an die E-Mail-Adresse des Archivs oder Standesamt kann in Deutsch gestellt werden, den vollständigen Absender und die E-Mail-Adresse nicht vergessen.
Bitte im Antrag keine „Romane“ über die Familie schreiben. Das liest keiner und das Schreiben wandert in den Papierkorb. Normalerweise bekommt man einen Brief in Polnisch, in dem das Suchergebnis mitgeteilt wird sowie die Kosten inklusive Bankverbindung (BIC/IBAN). Die Rechnung per Überweisung bezahlen und unbedingt das Aktenzeichen (znak sprawy) mit angeben.


Gebräuchliche Abkürzungen in der Familienforschung:
Das sind die wichtigsten Möglichkeiten für die Familienforschung in der Republik Polen. Weitere Fragen sollten individuell behandelt werden. Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Forschungstätigkeit:

* = geboren
~ = getauft
= gestorben
oo = Heirat

Jahr/Datum err = errechnet
NN = Name(n) unbekannt
rk = römisch-katholisch
ev = evangelisch